Mit Pferden nach Spanien auszuwandern ist absolut machbar — wenn man die Schritte in der richtigen Reihenfolge angeht. Dieser Fahrplan führt Sie von den ersten Behördengängen bis zum Tag, an dem Ihre Pferde auf der eigenen Weide stehen.
1. Vor dem Umzug: NIE & Aufenthalt
Der erste praktische Schritt ist die NIE (Número de Identidad de Extranjero) — Ihre spanische Steuer- und Ausweisnummer. Ohne sie können Sie weder eine Immobilie kaufen noch ein Bankkonto eröffnen oder einen Betrieb anmelden. EU-Bürger beantragen zusätzlich die Eintragung ins Registro Central de Extranjeros (oft „Residencia" genannt), sobald sie länger als 90 Tage bleiben.
Praktisch sinnvoll ist außerdem ein spanisches Bankkonto und — sobald Sie eine Adresse haben — die Anmeldung im Rathaus (empadronamiento). Diese drei Dinge (NIE, Konto, Empadronamiento) sind die Basis für fast alles Weitere.
2. Die richtige Immobilie wählen
Für Tierhalter zählt nicht die Zimmerzahl, sondern: genug Land, Einzäunung, gesicherte Wasserversorgung und die Frage, ob eine Pferdehaltung genehmigungsfähig ist. Achten Sie auf:
- Grundstücksgröße & Flächenwidmung — „suelo rústico" erlaubt landwirtschaftliche Nutzung; klären Sie, was an Ställen/Unterständen gebaut werden darf.
- Wasser — eigener, legalisierter Brunnen (pozo) oder Anschluss; für Pferde ein entscheidender Faktor.
- Zufahrt & Boden — ganzjährig befahrbar, ausreichend Drainage für nasse Monate.
- Vorhandene Installationen — bestehende Boxen oder ein Código REGA des Vorbesitzers sparen Zeit und Geld.
Anwesen mit viel Land, aber ohne Installationen, sind oft günstiger — wir helfen Ihnen, den Código REGA zu beantragen und die Anlage von Grund auf richtig zu planen.
3. Der Pferdetransport
Pferde aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz reisen mit Equidenpass, Microchip und einer Gesundheitsbescheinigung über das EU-System TRACES. Planen Sie Tierarzttermine, Impfstatus (v. a. Pferdegrippe) und ausreichende Pausen ein. Mehr dazu in unserem Artikel zu Guía & Transportpapieren.
4. Nach der Ankunft: REGA & Tierarzt
In Spanien muss jede Haltung von Nutztieren — auch Pferde, auch im Hobbybereich — in der REGA (Registro de Explotaciones Ganaderas) registriert sein. Sie erhalten einen Código REGA, der Ihren Betrieb identifiziert. Parallel binden Sie einen lokalen veterinario an, der Impfungen, Pass-Eintragungen und Gesundheitszeugnisse übernimmt. Details im Beitrag Código REGA.
5. Versorgung & Alltag
Heu, Stroh und Kraftfutter bekommen Sie über landwirtschaftliche Genossenschaften (cooperativas) und Futtermittelhändler. Das mediterrane Klima verändert Weidemanagement und Fütterung spürbar — unser Artikel Futter für Pferde in Spanien geht ins Detail.
Checkliste für den Start
- NIE beantragt, Bankkonto eröffnet, empadronamiento erledigt
- Immobilie geprüft: Land, Wasser, Flächenwidmung, Zufahrt
- Equidenpässe, Impfungen & Transport organisiert
- Código REGA beantragt, lokalen Tierarzt gefunden
- Futter- und Heuquelle vor Ort geklärt
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Veterinärberatung. Zuständigkeiten und Vorschriften unterscheiden sich je nach Comunidad Autónoma und können sich ändern — bitte prüfen Sie den aktuellen Stand bei den zuständigen Behörden (OCA / Consejería de Agricultura) oder lassen Sie sich von uns begleiten. Stand: Juni 2026.